Rommelsbacher EKM300 Test

In Stuttgart werden von der Firma Rommelsbacher seit 1928 elektrische Geräte produziert, darunter auch unterschiedlichste Maschinen für Kaffeeliebhaber. In unserem Test haben wir zwei Mühlen des deutschen Unternehmens unter die Lupe genommen – die EKM200 und die Rommelsbacher EKM300. Der zentrale Unterschied der beiden elektrischen Kaffeemühlen liegt im Mahlwerk. Die EKM200 verfügt über ein Scheibenmahlwerk, das Modell EKM300 hat hingegen ein Kegelmahlwerk eingebaut.

Die Kunden auf Amazon sind von der Rommelsbacher EKM300 überzeugt. Sie belegt Platz vier auf der Bestsellerliste der elektrischen Kegelmühlen und erhält von den Käufern bei mehr als 1.000 Bewertungen im Schnitt 4,5 von 5 Sternen. Die Note „Befriedigend“ (2,7) von Stiftung Warentest lässt dennoch annehmen, dass die Mühle im Vergleich mit anderen eher mittelmäßig ist. Wir wollten das Modell, das für knapp 70 EUR im mittleren Preissegment liegt, auf Herz und Nieren testen und uns vergewissern, ob die Mühle tatsächlich nur befriedigende Ergebnisse liefert, oder das Gerät mit dem Label Made in Germany doch eher für erstklassigen Kaffeegenuss steht.

Verarbeitung


Die EKM300 ist beinahe zur Gänze aus glänzendem Kunststoff gefertigt. Auf der schwarzen Verkleidung findet sich lediglich ein Zierelement aus gebürstetem Metall, auf dem die einzustellenden Tassen dargestellt sind. Auch andere Maschinen im Test haben einen hohen Kunststoffanteil, bei der Baratza Encore (hier gehts zum Test) beispielsweise wirkt diese Form der Verarbeitung jedoch deutlich wertiger. Die optische Erscheinung der EKM300 würden wir demnach als nicht besonders ansprechend bewerten. Das Design ist jedoch zweckmäßig und in puncto Bedienbarkeit deutlich besser als das der kleinen Schwester EKM200. Die Bedienelemente der EKM300 funktionieren nämlich vergleichsweise sehr gut, sind leichtgängig und erlauben eine blitzschnelle, genaue Einstellung. Durch die integrierte Kabelaufwicklung auf der Unterseite der Maschine lässt sie sie sich leicht verstauen und sieht auch auf ihrem Platz auf der Arbeitsfläche immer aufgeräumt aus. Wir finden das gut. Mit 85 dB(A) landet die Mühle weit hinter der lautesten Maschine im Test und damit im Mittelfeld. Ob auch die Funktionen eher mittelmäßig sind, das sehen wir uns im nächsten Abschnitt genauer an.

Bedienung und Funktionen


Die Rommelsbacher EKM300 wird fast komplett aufgebaut geliefert. Das Kegelmahlwerk ist schon montiert, du musst also lediglich den 240g-fassenden Bohnenbehälter anbringen, den Auffangbehälter einschieben und schon kann es losgehen. Wir vergeben für die einfache Inbetriebnahme die volle Punktzahl.

Wie es mit der Mahlgradeinstellung, der Tassenvorwahl und anderen wichtigen Eigenschaften der EKM300 aussieht, das erfährst du in diesem Kapitel.

Test Mahlgradeinstellung Rommelsbacher EKM 300


Für unterschiedliche Zubereitungsarten benötigst du einen jeweils anderen Feinheitsgrad deines Mahlguts. Die Mahlgradeinstellung der EKM300 erfolgt mithilfe eines sehr leichtgängigen Rads über dem Bohnenbehälter. Darauf sind insgesamt 12 Stufen eingezeichnet, was laut Hersteller bedeutet, dass du mit alle Zubereitungsarten abdecken kannst. Im Test hat sich dies mit der Rommelsbacher EKM300 nicht ganz bewahrheitet. Mehr dazu erfährst du im Abschnitt „Zubereitungsarten“.

Timer und Tassenvorwahl


Insgesamt sechs Maschinen in unserem Test verfügen über einen Timer. Dies ist in der Regel ein äußerst hilfreiches Tool, mit dem sich je nach Zubereitungsart die passende Menge an Kaffeemehl bestimmen lässt. Hält der Timer einer Maschine das, was er verspricht, dann gehört lästiges Nachmahlen oder Entsorgen von überschüssigem Kaffeemehl der Vergangenheit an.

Wie auch bei ihrer Schwester EKM200 verfügt die EKM 300 über einen solchen Timer. Dieser lässt sich leicht und stufenlos durch ein Stellrad einstellen. Man kann bis zu 10 Portionen über die Mengendosierung wählen. Leider ist der Timer dieses Modells nicht präzise, weshalb man sich nicht darauf verlassen kann, auch wirklich das zu bekommen, was man gewählt hat. Meistens bekommst du zu wenig Kaffeemehl und musst dann doch erneut Bohnen mahlen. Um dir das zu ersparen empfehlen wir dir, die gewünschte Menge Kaffeebohnen vorher mit einer passenden Waage abzuwiegen bzw. direkt eine Kaffeewaage zu benutzen.

Alternativ kannst du dich natürlich auch für ein Gerät entscheiden, bei dem der Timer besser funktioniert, z.B. bei der Eureka Mignon Perfetto (ca. 450 EUR), bei der du sogar zwei unterschiedliche Einstellungen speichern kannst.

Timer Rommelsbacher EKM 300

Auffangbehälter


Der Auffangbehälter übernimmt eine nachgelagerte Rolle im Mahlprozess, denn er enthält am Ende lediglich das frisch gemahlene Kaffeemehl. Wichtig sind dennoch zwei Parameter. Zum einen sollte der Behälter ausreichend dimensioniert sein, um auch größere Mengen an Kaffeemehl mahlen zu können. Das ist bei den meisten getesteten Mühlen gegeben. Zum anderen solltest du beim Kauf einer neuen Mühle darauf achten, dass deren Auffangbehälter so konzipiert ist, dass das Kaffeemehl sich nicht auf der Arbeitsplatte verteilt, sobald du ihn herausnimmst.

Der Auffangbehälter der EKM300 reicht für ca. 150g Kaffeemehl – genug, um mit nur einem Mahlgang auch für eine größere Gesellschaft Kaffee kochen zu können. Der Behälter ist aus Kunststoff gefertigt. Wie auch bei anderen Maschinen kann dies den Nachteil haben, dass sich das Kaffeemehl aufgrund statischer Aufladung bei der Herausnahme des Behälters zum Teil auf der Arbeitsplatte verteilt. Wenn du jedoch eine Unterlage verwendest, lässt sich diese leichte Verschmutzung schnell beseitigen.

Kaffeemehlbehaelter EKM300

Positiv bewerten wir auf jeden Fall, dass der Auswurf vom Mahlwerk in den Auffangbehälter von oben und nicht horizontal erfolgt. So bleibt, anders als bei günstigeren Kaffeemühlen, kaum Kaffeemehl im Auswurfschacht hängen und die Maschine kann im Inneren weniger leicht verschmutzen.

Totraum


Als Totraum, bezeichnet man jenen Bereich zwischen Mahlwerk und Auswurf im Inneren der Maschine, in dem sich bei jedem Mahlvorgang ein Rest an Kaffeemehl ansammeln kann. Dieser trocknet aus und wird beim darauffolgenden Mahlvorgang herausgeschoben. Am besten du lässt deine Mühle vor dem nächsten Mahlen kurz laufen und entsorgst das alte Mahlgut, da es den Geschmack deines Kaffees sonst beeinträchtigen kann.

Je kleiner der Totraum ist, desto besser, denn umso weniger Mahlreste können im Inneren der Maschine hängen bleiben. Der Totraum der EKM300 von Rommelsbacher ist mit weniger als 1g bemessen. Das ist in Ordnung. Trotzdem empfehlen wir dir, die Mühle vor dem Mahlen immer kurz zu starten, um zu checken ob sich noch Reste im Inneren der Maschine befinden.

Mahlwerk


Man unterscheidet bei elektrischen Kaffeemühlen gemeinhin zwischen drei Bauarten des Mahlwerks. Maschinen mit Schlagwerk sind qualitativ am schlechtesten zu bewerten, da sie kein besonders homogenes Mahlgut produzieren. Die meisten Maschinen in unserem Test, darunter auch die Schwester der EKM300, haben ein Scheibenmahlwerk eingebaut. Dieses ist in puncto Leistung zwar sehr gut, leider jedoch zumeist so verbaut, dass eine gründliche Reinigung der Maschine nicht möglich ist. Eine Ausnahme stellt hier die Eureka Mignon Perfetto dar.

Wie auch bei unserem Testsieger, der Graef CM800, verfügt die EKM300 von Rommelsbacher über ein Kegelmahlwerk aus Edelstahl. Ein solches Mahlwerk ist unter Kaffeefans sehr beliebt, da die Bohnen besonders schonend gemahlen werden und somit kaum Aromen verloren gehen. Das Mahlwerk der Rommelsbacher EKM300 befinden wir für gut. Wie es sich im Test schlägt, sehen wir uns jetzt genauer an.

Homogenität Mahlgut


Der Grund, warum Maschinen mit Schlagwerk weniger wertig einzustufen sind als Mühlen mit Scheiben- oder Kegelmahlwerk, ist ganz einfach: Sie produzieren kein homogenes Mahlgut. Die Folge ist, dass kein durchgängiger Geschmack aus den Bohnen extrahiert werden kann. Die Homogenität des Mahlguts ist demnach ein entscheidendes Qualitätskriterium einer Kaffeemühle.

Wir sind bei der EKM300 zu dem Schluss gekommen, dass die Homogenität des Mahlguts für Filterkaffee in Ordnung ist. Es finden sich zwar einige feinere Partikel im Kaffeemehl, der Geschmackstest jedoch ist durchaus okay, obwohl natürlich nicht vergleichbar mit dem Testsieger Graef CM800 oder der Baratza Encore. Bist du eher ein Espresso-Fan, dann wird es für dich mit der EKM300 schon etwas schwierig, denn selbst die feinste Mahlgradeinstellung reicht nicht für die Herstellung von Kaffeemehl aus, das sich für Espresso eignet. Die Einstellung der EKM300 für feinere Mahlgrade funktioniert demnach nur bedingt, was auf jeden Fall deutliche Minuspunkte bringt.

Zubereitungsart


Während manche einen Lieblingskaffee haben und beispielsweise immer Espresso trinken, gibt es viele Hobby-Baristas, die gerne experimentieren und immer wieder andere Zubereitungsarten ausprobieren. Hier kommt dann auch die Kaffeemühle ins Spiel, denn nicht mit jeder Maschine können auch alle Arten von Kaffee zubereitet werden.

Der Test zeigt, dass sich die Rommelsbacher EKM300 am besten für Filterkaffe, French Press oder eine Bialetti Espressomaschine – somit für all jene Zubereitungsarten, die etwas gröberes Mahlgut verlangen, eignet. Hier kann das Mahlgut auch geschmacklich einigermaßen überzeugen, bleibt jedoch hinter den Mühlen auf den vorderen beiden Plätzen im Test zurück.

Für Espresso eignet sich die Rommelsbacher EKM300 tendenziell eher nicht. Das liegt vor allem daran, dass zu wenig Spielraum besteht, den Mahlgrad feiner zu stellen. In unserem Test war das Aufbrühen des Espressos in der Siebträgermaschine möglich, doch der Geschmack ließ zu wünschen übrig.

Folgende Mahlgradeinstellungen kannst du verwenden:

Espresso: 1 (mit unseren Bohnen nicht ausreichend)

Filterkaffee: 6-8

French-Press:9-12

Pflege und Reinigung


Wir alle trinken lieber frisch gebrühten Kaffee als dass wir unsere elektrische Mühle reinigen. Um eine regelmäßige Reinigung kommen wir aber leider nicht herum, denn nur so können alte Kaffeepartikel aus dem Inneren der Mühle entfernt werden und sichergestellt werden, dass der Geschmack bei künftigen Mahlvorgängen nicht durch altes Kaffeemehl beeinträchtigt wird.

Unterschieden wird zwischen oberflächlicher und gründlicher Reinigung. Erstere erfolgt mithilfe von Reinigungsgranulat und einem Staubsauger. Bei einer großen Reinigung wird die Mühle zerlegt und der Innenraum gründlich sauber gemacht.

Eine gründliche Reinigung ist bei der EKM 300 von Rommelsbacher nicht möglich. Der Kegel lässt sich nicht entfernen. Wir empfehlen dir daher, deine Mühle mindestens einmal wöchentlich oberflächlich zu reinigen. Ziehe hierfür den Netzstecker, nachdem du das Reinigungsgranulat durchgemahlen hast und entferne die Reste mit dem Staubsaugerrohr.

Ein Plus bei der EKM 300 ist auf jeden Fall, dass man den Bohnenbehälter abnehmen und separat reinigen kann.

Fazit zum Rommelsbacher EKM 300 Test


Rommelsbacher EKM 300

Platz vier der Bestsellerliste auf Amazon und in unserem Test spricht für die Qualitäten der Rommelsbacher EKM 300. Sie ist zwar keine vielseitige Kaffeemühle, eignet sich jedoch hervorragend für Einsteiger, die am liebsten Filterkaffee oder French Press zubereiten. Wir empfehlen dennoch lieber unseren Testsieger - die Graef CM800.

Die EKM300 von Rommelsbacher reiht sich in unserem Test sowie auch preislich im vorderen Mittelfeld ein. Die Stärken der Mühle Made in Germany liegen in der einfachen Handhabung und beim hochwertigen Kegelmahlwerk. Obwohl sie sich für die Zubereitung von Filterkaffee oder French Press gut eignet und hier auch geschmacklich überzeugen kann, hat die Mühle auch ihre Schwächen.

Du kannst bei der EKM300 zwischen 12 Stufen des Mahlgrades wählen. Leider produzieren auch die niedrigsten Einstellungen nicht wirklich feines Mahlgut, sodass die Zubereitung von Espresso mit dieser Mühle nicht wirklich zu empfehlen ist. Als Einsteigermaschine eignet sich die EMK300 jedoch allemal.

Möchtest du allerdings etwas mehr Variation bei deinen Zubereitungsarten, dann empfehlen wir dir unseren Testsieger Graef CM800. Für knapp 50 Euro mehr bekommst du hier ein Produkt, das nicht nur in puncto Leistung, sondern auch bei der Vielseitigkeit und beim Design weit vor der EKM300 von Rommelsbacher liegt.

Einzelbewertungen


Häufige Fragen zum Rommelsbacher EKM 300 Test


Wie sind die Erfahrungen mit der Rommelsbacher EKM300?
Die EKM300 von Rommelsbacher wird fertig montiert geliefert und kann schnell in Betrieb genommen werden. Sie verfügt über einen leichtgängigen Drehregler zur Einstellung des Mahlgrads und lässt aufgrund des hochwertigen Kegelmahlwerks auf hervorragende Ergebnisse hoffen. Leider enttäuscht das Modell beim Mahlgrad, denn lediglich Filterkaffee und French Press können hiermit problemlos zubereitet werden. Etwas ambitioniertere Nutzer sind deshalb mit einem etwas weiter vorn im Test gereihten Modell besser beraten.
Wie schlug sich die Rommelsbacher EMK 300 im Test?
Die EKM300 aus dem Hause Rommelsbacher landet in unserem Test auf Platz vier und damit im vorderen Mittelfeld. Den Preis von knapp 70 EUR finden wir in Anbetracht des hohen Kunststoffanteils nicht ganz gerechtfertigt. Als Einsteigermaschine ist sie jedoch keine schlechte Wahl – gesetzt dem Fall, du gibst dich damit zufrieden, dass du mit deiner neuen Mühle primär grobes Kaffeemehl für Filterkaffee oder French Press zubereiten kannst.
Wo liegt der Unterschied zwischen der EKM300 und der EKM200 von Rommelsbacher?
Auf den ersten Blick liegt der größte Unterschied beim Preis. Knapp 38 EUR für die EKM200 stehen ca. 70 EUR für das Modell EKM300 gegenüber. Zentraler Unterschied, der sich auch im Preis niederschlägt, ist jedoch das Mahlwerk. Während die EKM200 mit einem Scheibenmahlwerk ausgestattet ist, verfügt die EKM300 über ein wertigeres Kegelmahlwerk. Dies zeigt sich auch beim Geschmacksvergleich, bei dem die EKM300 vor ihrer kleinen Schwester landet. Möchtest du deine neue Maschine täglich nutzen, legen wir dir weder die EKM200 noch die EKM300 ans Herz, sondern raten dir zu einem Modell, das auch gründlich gereinigt werden kann, beispielsweise die Graef CM800.
Kann die Rommelsbacher EKM300 gründlich gereinigt werden?
Leider ist bei der EKM300 von Rommelsbacher vom Hersteller keine gründliche Reinigung vorgesehen. Das Kegelmahlwerk lässt sich nicht herausnehmen, wodurch man nicht ins Innere der Maschine gelangt. Die Maschine sollte deshalb regelmäßig oberflächlich mit Reinigungsgranulat und Staubsauger gereinigt werden. Ist die Kaffeemühle bei dir täglich im Einsatz, raten wir dir zu einem Modell, bei dem auch das Mahlwerk ausgebaut werden kann, und die Maschine gründlich gereinigt werden kann, wie dies zum Beispiel beim Testsieger möglich ist.